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Wissen & FAQ

Häufige Fragen zu Audits, Normen und HACCP

Kurze, verständliche Antworten aus der Praxis. Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie mir.

Interne Audits

Was ist der Unterschied zwischen einem internen Audit und einem Zertifizierungsaudit?

Ein internes Audit (auch „First-Party-Audit“) führt Ihr Unternehmen selbst oder im Auftrag durch eine externe Fachperson durch. Es dient dazu, die Wirksamkeit des eigenen Managementsystems zu prüfen und Verbesserungen anzustoßen. Interne Audits sind in allen ISO-Managementsystemnormen ausdrücklich gefordert.

Ein Zertifizierungsaudit („Third-Party-Audit“) führt eine unabhängige, akkreditierte Zertifizierungsstelle durch. Nur sie darf ein Zertifikat ausstellen. Ich führe ausschließlich interne Audits durch – damit bleibt die Trennung zwischen Beratung und Zertifizierung sauber.

Wie oft müssen interne Audits stattfinden?

Die ISO-Normen verlangen interne Audits „in geplanten Abständen“ auf Basis eines Auditprogramms. Wie oft ein Bereich geprüft wird, richtet sich nach seiner Bedeutung, nach Risiken und den Ergebnissen früherer Audits. In der Praxis werden alle Prozesse innerhalb eines Zertifizierungszyklus geprüft, wichtige Bereiche häufiger.

Lebensmittelstandards wie IFS Food und BRCGS sind strenger: Hier müssen alle Anforderungen mindestens einmal jährlich intern auditiert werden; BRCGS Food Safety verlangt zudem mindestens vier über das Jahr verteilte Audittermine. Einen ersten Entwurf Ihres Programms erstellt der Auditprogramm-Generator.

Wie bereite ich mein Unternehmen auf ein internes Audit vor?
  • Auditplan rechtzeitig abstimmen: Termine, Bereiche, Ansprechpersonen.
  • Aktuelle Dokumente bereitlegen: Prozessbeschreibungen, Verfahrensanweisungen, Aufzeichnungen.
  • Status der Maßnahmen aus dem letzten Audit und der Managementbewertung prüfen.
  • Mitarbeitende informieren: Ein Audit prüft Abläufe, nicht Personen.
Was steht in einem Auditbericht?

Auditziel, Umfang, Datum und Beteiligte, die geprüften Bereiche, positive Feststellungen sowie Abweichungen und Verbesserungspotenziale – jeweils mit Bezug zur Normanforderung und nachvollziehbaren Nachweisen. Daraus leiten Sie Korrekturmaßnahmen mit Verantwortlichen und Terminen ab.

Normen & Revisionen

Die ISO 9001:2026 ist erschienen – was bedeutet das für mich?

Die neue Ausgabe wurde am 16. September 2026 veröffentlicht. Zertifikate nach ISO 9001:2015 bleiben während einer dreijährigen Übergangsfrist gültig; die Umstellung muss bis Ende September 2029 abgeschlossen sein.

Die Revision ist eine Weiterentwicklung, kein Neuanfang: Prozessorientierung, PDCA-Zyklus und risikobasiertes Denken bleiben. Neu bzw. stärker betont werden unter anderem Qualitätskultur und ethisches Verhalten, Chancen, der Klimawandel als Einflussfaktor und das Änderungsmanagement. Auch die ISO 14001 ist 2026 in neuer Ausgabe erschienen; ihre Übergangsfrist läuft bis Ende April 2029 (ISO 14001:2026-Umstellungscheck). Sinnvoller erster Schritt ist eine Gap-Analyse Ihres bestehenden Systems – eine erste Einschätzung liefert der ISO 9001:2026-Umstellungscheck.

Kann ich mehrere Normen in einem System zusammenführen?

Ja. ISO 9001, 14001, 50001 und 22000 folgen einer gemeinsamen Grundstruktur (High Level Structure bzw. deren Weiterentwicklung, der Harmonized Structure). Kapitel wie Kontext der Organisation, Führung, Planung, Bewertung und Verbesserung lassen sich gemeinsam abbilden – das spart Dokumente, Audittage und Doppelarbeit.

Lebensmittelsicherheit

Ist HACCP für mein Unternehmen Pflicht?

Für Lebensmittelunternehmen in der EU ja – mit Ausnahme der Primärproduktion. Die Verordnung (EG) Nr. 852/2004 verpflichtet sie, ein ständiges Verfahren auf Grundlage der HACCP-Grundsätze einzurichten, durchzuführen und aufrechtzuerhalten. Wie umfangreich das System sein muss, hängt von Art und Größe des Betriebs ab. Mit dem HACCP-Selbstcheck sehen Sie in wenigen Minuten, wo Sie stehen.

Was sind die sieben HACCP-Grundsätze?
  1. Gefahrenanalyse durchführen und Beherrschungsmaßnahmen festlegen
  2. Kritische Kontrollpunkte (CCP) bestimmen
  3. Validierte kritische Grenzwerte festlegen
  4. Überwachung (Monitoring) der CCP einrichten
  5. Korrekturmaßnahmen bei Abweichungen festlegen
  6. HACCP-Plan validieren und Verifizierungsverfahren festlegen
  7. Dokumentation und Aufzeichnungen führen

Grundlage sind die „Allgemeinen Grundsätze der Lebensmittelhygiene“ des Codex Alimentarius. Voraussetzung für ein wirksames HACCP-System sind funktionierende Basisprogramme der Guten Hygienepraxis (z. B. Reinigung, Schädlingsbekämpfung, Personalhygiene).

ISO 22000, FSSC 22000, IFS oder BRCGS – was ist der Unterschied?

ISO 22000 ist eine internationale Managementsystemnorm für Lebensmittelsicherheit. FSSC 22000 baut darauf auf und ergänzt sie um branchenspezifische Präventivprogramme und Zusatzanforderungen. IFS Food und BRCGS sind vom Handel getragene Standards mit detaillierten Produkt- und Prozessanforderungen.

FSSC 22000, IFS Food und BRCGS sind von der Global Food Safety Initiative (GFSI) anerkannt – oft eine Voraussetzung, um große Handelsketten zu beliefern. Welcher Standard passt, hängt vor allem von Ihren Kunden ab – eine erste Empfehlung gibt der Standard-Finder.

Energie

Muss mein Unternehmen ein Energiemanagementsystem einführen?

Nach dem Energieeffizienzgesetz (EnEfG) müssen Unternehmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Gesamtendenergieverbrauch von mehr als 7,5 GWh (Durchschnitt der letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahre) ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS einrichten. Für Unternehmen, die die Schwelle neu überschreiten, gilt eine Frist von 20 Monaten.

Schon ab 2,5 GWh sind binnen drei Jahren Umsetzungspläne für wirtschaftliche Energieeinsparmaßnahmen zu erstellen, extern bestätigen zu lassen und zu veröffentlichen; außerdem sind Abwärmeinformationen zu melden. Auch unterhalb der Schwellen lohnt sich ein strukturiertes Energiemanagement – nicht zuletzt wegen der Kosten.

Geplante Änderung: Ein Regierungsentwurf zur Novelle von EnEfG und EDL-G (BT-Drucksache 21/8027) sieht vor, die Pflicht zum Managementsystem erst ab 23,6 GWh greifen zu lassen; Energieaudits und Umsetzungspläne würden dann ab 2,77 GWh gelten – unabhängig vom KMU-Status. Bis zum Inkrafttreten gelten die bisherigen Schwellen. Mit dem EnEfG-Rechner sehen Sie beide Varianten für Ihr Unternehmen.

Zusammenarbeit

Was kostet ein internes Audit?

Der Aufwand hängt von Unternehmensgröße, Anzahl der Standorte, Normen und Auditumfang ab. Ein kompaktes Systemaudit für ein kleines Unternehmen ist oft an einem Tag inklusive Bericht machbar. [Optional: Richtpreis ergänzen, z. B. „ab … € zzgl. USt.“] Nach einem kurzen Gespräch erhalten Sie ein verbindliches Angebot.

Arbeiten Sie auch aus der Ferne?

Ja. Dokumentenprüfungen, Schulungen und Teile von Audits lassen sich gut per Videokonferenz durchführen. Begehungen von Produktion und Lager finden sinnvollerweise vor Ort statt.

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  • Dauer ca. 5 Minuten
  • Grundlage Codex Alimentarius
  • Ergebnis sofort, je Bereich